Eine kleine Anekdote aus meiner Jugend: Bevor ich meinen ersten Kopfsprung vom Drei-Meter-Brett gemacht habe, hatte ich richtig Muffensausen. Ich glaube, ich stand locker zehn Minuten oben – und von unten haben meine Freundinnen mir Mut gemacht. Und wahrscheinlich haben auch ein paar Freibadjungs gepöbelt, das weiß ich gar nicht mehr. Doch schlußendlich bin ich dann gesprungen. Und dann direkt nochmal. Und nochmal. Das war ein wirklich guter Tag.
Back to the Future
Aber drehen wir mal an der Uhr und landen wieder im Hier und Jetzt …
Puh, was habe ich mit mir gehadert. Soll ich beim weltweit größten Fotowettbewerb für Tierfotografie mitmachen? Seit 2019 trifft sich beim Internationalen Tierfotografiewettbewerb International Pet Photography Awards die Crème de la Crème meiner Branche. Und hier sitze ich nun und möchte mich da messen? Mit so vielen wunderbaren Kolleg*innen? Teilweise mit den Menschen, von denen ich in den letzten Jahren so viel gelernt habe, ob nun einfach durchs Ansehen ihrer Bilder oder durch das Anschauen ihrer YouTube-Videos oder sogar das Buchen ihrer Kurse?
Warum eigentlich nicht?
Aber dann dachte ich mir: Warum sollte ich mich nicht trauen? Immerhin gibt es schriftliches Feedback von den Richter*innen, allesamt hochkarätige Fotograf*innen. Allein dafür lohnt es sich doch schon, oder? Aber was, wenn die meine Fotos, nun ja, scheiße finden? Und somit auch mich? Mein innerer Kritiker (natürlich ist es ein Mann 😉) war laut und versuchte gemeinsam mit meinen Imposter-Syndrom, mich davon abzuhalten, am Wettbewerb teilzunehmen.
Und ich? Ich habe kurz innegehalten, bin den Sprungturm hinaufgeklettert, habe noch dreimal tief eingeatmet. Und bin gesprungen.

2025
Bronze
„Sehr hoher Standard an beruflicher Praxis, Handwerk, Geschicklichkeit und Technik“
Ich freue mich über die Auszeichnung und ich bin stolz. Zwar auch stolz darauf, sie gewonnen zu haben – aber vor allen Dingen bin ich stolz darauf, mich getraut zu haben.
